Urwaldmedizin

Aus Michael Wodnar Coaching

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Michael Wodnar - Urwaldmedizin



Urwaldmedizin im hier verwendeten Kontext ist die traditionelle Form der Heilkunst in einer Region des oberen Amazonasgebietes. Es handelt sich um eine vielschichtige Synthese mehrerer Wirkfaktoren. Heilpflanzen, welche vom „Curandero” (Heilkundiger) ausgewählt und verabreicht werden, bedürfen fast immer einer strengen, gestaffelten, begleitenden Diät, um ihr volles Heilpotenzial auf mehreren Ebenen entfalten zu können.

Die erste Woche einer solchen Monatsdiät verläuft üblicherweise ohne Salz, wie überhaupt die Ernährung und der Lebensstil für das gesamte Monat präzise definiert sind. Das medizinische und botanische Wissen wird von Generation zu Generation mündlich überliefert. Darüber hinaus muss der Schüler im Laufe seiner Ausbildung möglichst viele Heilpflanzen unter strenger Diät selbst zu sich nehmen, um auf diese Weise das umfangreiche (universelle) Wissen direkt von den Pflanzen zu „erfahren”.

Die erwähnten Pflanzen (Baumrinden, Wurzeln, Blätter, Blüten, etc.) verfügen demnach nicht nur über (organ- oder symptomspezifische) Heileigenschaften, sondern sind auch konkrete „Lehrpflanzen” und definitiv unverzichtbar für die zu entwickelnde Heilkunst des Curandero. Ein Aspekt der Diät ist die körperliche Sensibilisierung des Organismus für das „Remedio” (Heilmittel), ein weiterer Aspekt ist die geistige Kraft, die aufgebracht werden muss, um den temporären Verzicht auf bestimmte Annehmlichkeiten des Alltags „auszuhalten”. Indem der Diätierende seine tägliche Routine unterbricht und sich für mindestens ein Monat in Enthaltsamkeit übt, leistet er selbst seinen aktiven Beitrag zur Heilung, bzw. zur Wissensvermittlung, was sich schließlich für ihn auch „lohnen” sollte.

Eine Reinigung des Körpers und zugleich Stärkung durch den „Einbau” der Wirkstoffe des Remedios, können unter diesen Bedingungen besonders gut erfolgen. Wesentlicher Teil einer „Urwalddiät” ist die spirituelle Lernkomponente, gleichsam ein begleitender Tiefenerfahrungsprozess, welcher eine klare geistige Ausrichtung, bzw. (Neu)orientierung generiert.

Indem sich die Diät haltende Person zumindest eine Woche, eher zurückgezogen, in einer rundum offenen Hütte aufhält, umgeben von sämtlichen Facetten „ursprünglichster” Natur, ist es nahe liegend, dass sich hier zusätzlich das „Ordnungsprinzip der Natur” (J.J. Rousseau) auf die Person übertragen kann und sich positiv „ausrichtend” auswirkt.

Verschiedene Rituale und Techniken, wie Energieübertragung durch Rauch und Duftstoffe, sowie Gebete und Heilgesänge („Icaros”), sind ebenfalls wirkungsvolle Komponenten dieses Medizinsystems.

Der religiöse Glaube ist christlich orientiert, wobei Naturgeister, Zauberei und Magie mit einfließen. In nächtlichen Heilzeremonien kommen die Patienten zum Curandero, welcher sich in einer Art hellsichtigem Zustand befindet und somit in der „wirklichen Wirklichkeit”, gleichsam hinter den Kulissen der Alltagswelt, die konkrete Ursache und das Stadium der Krankheit wahrnehmen kann, eine Diagnose stellt und eine entsprechende Therapie „verordnet”. Sieht er sich nicht in der Lage zu helfen, so teilt er dies mit und empfiehlt möglicherweise eine Alternative.

„Urwalddiäten” sind in abgestimmter Form, in mehreren Varianten und nach ärztlicher Abklärung, auch in Europa anwendbar und überaus wirksam. Der Gesundheit pflegende und neu orientierende Aspekt sei hier noch einmal betont. „Heilfasten” hat in Mitteleuropa ebenfalls eine lange Tradition und ist entfernt vergleichbar. Angemessene, „ungestörte” Diätrahmenbedingungen, für zumindest sieben Tage, sind, je nach Situation, zumindest empfehlenswert.

Urwalddiäten verbessern, wie auch systemisches Coaching, die Lebensqualität durch gesteigerte „Selbstverbindung” („bei sich sein”). Die daraus resultierende, authentische persönliche „Ausrichtung” kann schließlich zu persönlichem Wachstum und Erfolg führen, indem man sich vermehrt „selbst lebt”.